Ein See aus Flüssiggas auf dem Saturntrabanten Titan

In unserem Sonnensystem gibt es mindestens einen weiteren Planeten, auf dessen Oberfläche eine Flüssigkeit vorhanden ist. Baden sollte man allerdings nicht in ihm, ist er doch etwa -180 Grad Celsius kalt und aus Ethan. Zu dieser Erkenntnis sind Wissenschaftler um Robert Brown von der Universität Tucson im US-Bundesstaat Arizona gelangt. Erste Indizien gab es schon vor drei Jahren, als die Raumsonde Cassini eine ungewöhnlich glatte Oberfläche am Südpol des Trabanten zu Tage förderte. Ein in der Sonde eingebautes Spektrometer zerlegte das von der Oberfläche reflektierte Licht in die vorhandenen Spektralfarben.

Ethan und Methan auf dem Trabanten

So konnte man Rückschlüsse auf die Existenz von Ethan ziehen. Weil in dem See Ethan existiere, könne man auch davon ausgehen, dass Methan vorhanden sei, so Brown. Weil er von seinem Umriss her dem Ontariosee in Nordamerika gleicht, haben ihn die Forscher Ontario Lacus getauft. Die Oberflächenrauhigkeit ist mit wenigen tausendstel Milimetern extrem glatt. Die Titan umgebene Dunstschicht machte die Entdeckung des Sees nicht einfach. Radarstrahlen und Infrarotlicht bestimmter Wellenlänge können jedoch diese Suppe durchdringen.

Zustände, die den auf der Erde ähneln

Auf dem Titan gibt es einen Methankreislauf, der dem Wasserkreislauf auf der Erde ähnelt. Pro Jahr fallen ein Zentimeter Niederschläge, schätzt man. Verhältnisse wie in einer Wüste auf der Erde. Man geht davon aus, das es Stürme mit Methanregen gibt. Die amerikansische und europäische Weltraumbehörde planen eine Mission, die allerdings wohl nicht vor 2018 startet. Hierbei soll dann eine an einem Ballon befestigte Sonde über den Titan schwebend den Mond erforschen.

Perspektiven

Schade nur, dass der Ethansee zu weit von der Erde entfernt ist. Welch ein Traum für jeden Energiepolitiker, diese Ressourcen einfach abschöpfen zu können. Aber abgesehen davon, dass die Entfernung für die bemannte Raumfahrt noch zu groß ist, würde es sich auch wirtschaftlich nicht rentieren. Da bleibt nur der Wunsch auf einfach anzuzapfende Energiequellen auf der Erde.